"Lithentwicklung" /MLD-Technik


MACO expo RF
MACO Lithpaper RC-F
LABOR PARTNER LP-SUPERLITH

Technische Information TA-Nr. 182/3


Das Spezialverfahren „MLD-Technik" in Verbindung mit den Schwarzweiss Fine Print Barytpapieren MACO expo RF (glänzend) + MACO Lithpaper RC-F (glänzend) + LP-SUPERLITH Entwickler.

Weitere Lithverfahren finden ebenfalls Erwähnung in dieser Anleitung.

Materialien für „MLD"
A. MACO expo RF - glänzend * - / MACO Lithpaper RC-F - glänzend - , oder ORIENTAL New Seagull G
B. LP-SUPERLITH 2-Part-Strich-Entwickler
C. Stoppbad, Fixierbad, normale S/W Laboraustattung

* Hinweise zu MACO expo RF und MACO Lithpaper RC-F finden Sie in der TA expo R.

Was ist anders bei der „MLD"-Technik ?
Mit dem MACO expo RF und Lithpaper RC-F bietet die Firma Hans O. Mahn & Co. KG, Fine Art-Fotopapiere an, die geeignet sind:

Neben der großen Bandbreite an erreichbaren Bildergebnissen besteht der große Vorteil der Kombination von MACO expo RF+Lithpaper RC-F, oder ORIENTAL New Seagull G mit LP-SUPERLITH darin, daß es zu keinem störendem Pfefferkorn kommt

Man erkennt auf den ersten Blick, daß es sich nicht mehr um eine „normale" Schwarzweiß-Vergrößerung handelt !

Die Anwender des speziellen „MLD"-Verfahrens erhalten Vergrößerungen, die sich grundlegend von allen „Standards" unterscheiden. Der Bildton kann nostalgisch schokoladenbraun werden. Die mit dem „MLD"-Verfahren erstellten Bilder zeigen „Charakter".    

Bild anklicken für vollen Effekt

Voraussetzung für die „MLD"-Technik:
Das Fotopapier muß speziell für die „MLD" LITH-Verarbeitung präpariert sein. MACO expo RF und Lithpaper RC-F enthalten spezielle Zusätze, die in die Chlor-Bromsilber-Emulsion eingebettet sind. Um das Ergebnis zu optimieren, wurde der Anteil an Silbernitrat erhöht. Zur Information: Es gibt Fotopapiere mit etwa 1,2 g/m² Silber auf dem Markt, die traditionell als HSC (High Silver Content/hoher Silbergehalt) bezeichnet werden.
MACO expo R enthält je nach Gradation 1,7 bis 2,2 g/m².

Die Rezeptur des Strichentwicklers LABOR PARTNER LP-SUPERLITH wurde speziell für das „MLD"-Verfahren verfeinert.

Hinweis: Bei der Verwendung von LP-SUPERLITH und 20° C Verarbeitungstemperatur treten nahezu keine störenden oder gesundheitsschädlichen Gerüche auf.

MLD"-Verfahrensweise:

Verdünnung:
Die Standard -Verdünnung des LP-SUPERLITH Entwicklers beträgt 1 Teil LP-SUPERLITH+ 6 Teile Wasser.

Ansatz/Verdünnung:

Beispiele für einen Ansatz von Gebrauchslösung
Konzentrat Part A Wasser Konzentrat Part B Gebrauchslösung

50 ml

600 ml

50 ml

700 ml

250 ml

3 l

250 ml

3,5  l

(Benötigen Sie andere Mengen an Gebrauchslösungen, können Sie aus der Tabelle entnehmen, daß Sie zur Berechnung der benötigten Wassermenge Part A + Part B addieren, dies ergibt 1 Teil, Sie fügen dann rechnerisch 6 Teile Wasser hinzu und haben so das Endvolumen ermittelt.)

Verarbeitungstemperatur:
Bei etwa 20°C bleiben die „Lichter" vom Tonwertumschlag praktisch unberührt. Wir empfehlen Ihnen auch mit höheren Verarbeitungstemperaturen Versuche zu unternehmen.

  1. bei 24°C, dies erhöht die dramatische Bildwirkung, ab hier erhalten auch die „Lichter" einen „farbigen" Ton.*
  2. bei 28°C, dadurch wird die körnige Wiedergabe des Fotopapiers nochmals gesteigert.*
*Hinweis:



Ab 25°C Verarbeitungstemperatur können Emissionen entstehen, die
die Atemwege belasten und die Augen reizen können.
In Fotolaboren ohne gute Be- und Entlüftung, empfiehlt sich daher nur die
normale Verarbeitungstemperatur von 20°C.

Belichtung:
Das Fotopapier MACO expo RF bzw. Lithpaper RC-F wird belichtet und in die Schale gegeben.
Die Belichtungszeit ist etwa um den Faktor 4 gegenüber Standard-Erfahrungswerten zu verlängern. Die Belichtungszeit ist eine variable Größe, die von den individuellen Erwartungen/Techniken des Anwenders abhängig sein kann.

Bildspurzeit:
Bei der Standard-Entwicklung (z.B. mit LP-BROM 4) zeigen sich etwa nach 30 Sekunden die ersten Bildspuren, nach 2 bis 5 Minuten kann die Entwicklung als beendet betrachtet werden.

Im krassen Gegensatz dazu passiert beim „MLD" erst einmal „nichts". Und das 1 - 3 Minuten lang. Dann heißt es aufpassen - denn die Schwärzen „schießen" auf einmal heraus (Abhängig von der Belichtungszeit) !

Die Entwicklung in einem Lith-Entwickler wird als sog. „infektiöse" Entwicklung bezeichnet. Dabei wird gelöstes Silber an den belichteten Silberkeimen angelagert. Dies bleibt anfangs unbemerkt, da dieser Prozeß im molekularen Bereich stattfindet. Erst wenn genügend anentwickelte Silberkeime zur Verfügung stehen und das Maß der Anlagerung die visuell sichtbare Schwelle überschritten hat, merkt der Anwender, daß sich das Bild verändert.

Stoppen:
Das in diesem Fall besonders wichtige „Unterbrecherbad" hat die Aufgabe, die rasante Entwicklung unverzüglich abzubrechen. Dazu ist es erforderlich, diesem Bad eine noch höhere Bedeutung beizumessen, als es oft die Regel ist. Im „MLD"-Verfahren verwenden Sie LABOR PARTNER LP-CITRIN Stoppbad, setzen es 1+16 an und baden das Foto eine Minute darin.

Erste Fixage:
LP-FIX NEUTRAL, Verdünnung 1+7, Einwirkzeit 2 Minuten.

Zweite Fixage:
LP-FIX NEUTRAL, Verdünnung ebenfalls 1+7, Einwirkzeit 2 Minuten.

Wässerung/Trocknung:
Wie bei Baryt üblich. Ausführliche Hinweise finden Sie u.a. in der technischen Anleitung TA expo R.

Problemlösungstabelle
Effekt mögliche Ursache Abhilfe
Zuviel Kontrast Unterbelichtet Belichten Sie reichlicher,
bei Verwendung von MACO expo RF
Verwenden Sie eine Gradation weicher, z.B. Gradation 2 statt 3 oder 4
Zuwenig Kontrast
  1. überbelichtet
  2. Entwickler erschöpft
  3. Entwickler angereichert mit Kaliumbromid
  4. Laborbeleuchtung zu intensiv
  1. Verringern Sie die Belichtung
  2. Entwickler teilweise oder ganz erneuern
  3. Neuen Entwickler mit altem halb und halb ansetzen
  4. Führen Sie einen Schleiertest durch.
    Bei Verwendung von:MACO expo RF: Verwenden Sie eine härtere Gradation, z.B. 3 oder 4 statt 2
Keine satten Schwärzen
  1. Entwickler erschöpft
  2. Zuviel Kaliumbromid
  3. Falsche Belichtung
  4. Zu kurz entwickelt
  1. Entwickler erneuern oder auffrischen
  2. Neuen Entwickler mit etwas altem ansetzen
  3. Verändern Sie die Belichtung in ganzen Blendenstufen
  4. Verlängern Sie die Entwicklung
Zugelaufene Schwärzen
  1. Überentwickelt
  2. Vielleicht zu hoher Kontrast ?
  1. Kürzer entwicklen oder Schwärzen abhalten oder abschwächen, siehe auch Rettungstip nachfolgend in der TA.
  2. Bei Verwendung von MACO expo RF: nehmen Sie eine Gradation weicher
Verschleierte Ränder/Spitzlichter
  1. Entwickler erschöpft
  2. Laborbeleuchtung zu intensiv
  1. Setzen Sie neuen Entwickler an
  2. Führen Sie einen Schleiertest durch
Helle Tonwerte "kalkig" Unterbelichtet Belichten Sie reichlicher
Viele kleine schwarze Punkte über das gesamte Bild Sogenanntes "Pfefferkorn" Verwenden Sie ein geeigneteres Papier, z.B. MACO expo RF oder MACO Lithpaper RC-F
Einzelne schwarze Punkte Tritt vereinzelt auf Entweder ausbleichen/abschwächen oder neu printen
Schwacher bzw. kein Lith-Effekt
  1. Papier nicht geeignet
  2. Entwickler nicht geeignet
  1. Verwenden Sie geeignetes Papier, z.B. MACO expo RF oder Lithpaper RC-F (Bromsilberemulsionen nicht für Lith-Effekt geeignet)
  2. verwenden Sie LP-SUPERLITH

Tip:
Wenn Ihnen ein Lithbild zu dunkel geraten ist, dann sollten Sie es nicht wegwerfen, sondern nach folgender Methode einen oftmals erfolgreichen "Rettungsversuch" unternehmen:

Besorgen Sie sich das LABOR PARTNER Bleichbad, Art.Nr. LPH51A und setzen Sie es im Verhältnis 1+ 50 mit Wasser an.

Diese Gebrauchslösung geben Sie in eine Schale und baden Ihr(e) Foto(s) bei guter Allgemeinbeleuchtung solange darin bis das Bild die gewünschte Motivwiedergabe zeigt. Anschließend für 1 - 2 Minuten fixieren und gründlich wässern.

Tonung:
Die einzigartige Wirkung des Lith-Effektes kann durch eine Tiefbraun-Tonung im Selentoner, LABOR PARTNER LP-SELENIA, um eine interessante Komponente erweitert werden. Die feine Nuancierung des Bildtones im Selentoner wirkt sich meist vorteilhaft aus. Siehe hierzu unsere Technische Anleitung TA-Nr. 220/1 LP-SELENIA .

Haltbarkeit :
Die Haltbarkeit der Konzentrate in den ungeöffneten Originalflaschen beträgt etwa 2 Jahre.

Nach Teilentnahme beträgt die Haltbarkeit der Konzentrate mehrere Monate.

Die Haltbarkeit der Gebrauchslösung beträgt je nach gewählter Verdünnung einige Stunden bis zu einem Tag.

Tip: Setzen Sie nur soviel Gebrauchslösung an, wie Sie innerhalb einiger Stunden benötigen.

Fachliteratur:

"The Master Photographer's Lith Printing Course", Autor Tim Rudman, in englischer Sprache. Es kann direkt über uns unter unserer Hotline zum Preis von EUR 33,- inkl. MwSt., Art.Nr. BÜ3131 bezogen werden. (Das Buch ist leider zur Zeit vergriffen)


Irrtümer, oder Änderungen, die dem technischen Fortschritt dienen, bleiben vorbehalten.

MACO PHOTO PRODUCTS ist eine Abteilung der
HANS O. MAHN & CO. KG
Brookstieg 4, 22145 Stapelfeld,
Hotline: 040-237 008-88
E-mail: PHOTO@mahn.net

Für weitere Informationen s. auch: www.laborpartner.info